Meine SZ-WELT


Nur wer Qualitätsmedien liest, kann auch Gehaltvolles schreiben. Für einen Redenschreiber ist vor allem die aktuelle Tagespresse ein täglich Brot. Zwei überregionale Zeitungsmarken, die mir nicht nur aufgrund meiner dort absolvierten Hospitanzen besonders ans Herz gewachsen sind, sind die "Süddeutsche Zeitung" (www.sueddeutsche.de) und "Die Welt/Welt am Sonntag" (www.welt.de). An dieser Stelle möchte ich Ihnen unter der Headline "Meine SZ-WELT" jeweils fünf komprimierte Filetstücke aus den aktuellen Ausgaben präsentieren. Vielleicht fällt Ihnen damit die Qual der Wahl beim Zeitungs-/App-In-Kauf etwas leichter. Zu unserem Angebot zählen übrigens auch Medienanalysen.



"Süddeutsche Zeitung" vom Freitag, 21.09.18 ganz komprimiert

Der Aufmacher (von Georg Mascolo und Ronen Steinke)

Nach einem Machtwort Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) prüft die Beobachtung der Zentrale des größten deutschen Moscheeverbandes Ditib. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR hat das BfV ein als vertraulich eingestuftes Dossier mit Informationen über die Ditib an die Länder gesandt. Diese sollen nun bis Mitte Oktober Material und eine Stellungnahme übermitteln. In Kreisen des Verfassungsschutzes wird eine kontroverse Debatte darüber erwartet, ob Ditib offiziell als Verdachtsfall oder sogar als Beobachtungsobjekt eingestuft werden soll. Zumindest einige Länder scheinen dagegen Vorbehalte zu haben. Nur beim BfV wird Ditib bereits jetzt als Prüffall geführt.

Der Kommentar des Tages (von Mike Szymanski)

Die Spitzenkandidatin der Bayern-SPD, Natascha Kohnen, macht Wahlkampf gegen Andrea Nahles. Kohnen kann nur verlieren. Sie schafft es nicht, Profit aus der historischen Krise der CSU zu ziehen, findet der Autor: "Das muss man erst einmal fertigbringen. Nahles kann auch wenig dafür, dass erfolgreiche Lokalpolitiker wie Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly sich nicht stärker von der Landespartei in die Pflicht nehmen lassen. Sie kann am wenigsten dafür, dass sich ihre Bayern entschieden haben, Wahlkampf für ein liberales Großstadtpublikum zu führen. Nur, dort kommen die Grünen besser an. Die haben auch begriffen: Streitende wählt niemand gern."

Das Interview des Tages (mit Karl Dietrich Wolff)

Der Verleger von Stroemfeld Roter Stern spricht im SZ-Freitagsinterview über seine Politisierung in den 68ern, Kohls Neige zu Hölderlin und die Insolvenz seines Verlages. "Seit die großen deutschen Universitätsbibliotheken nichts mehr kaufen, haben wir große Probleme. Die denken, dass sowieso bald alles frei im Netz verfügbar sein wird. Das geht allerdings bei unseren Editionen nicht. Unsere großen Projekte waren immer knapp kalkuliert, wir brauchten immer Förderer und Subskribenten."

Der Sportler des Tages (von Tobias Schächter)

Seit Mittwoch steht der 31-jährige Julian Nagelsmann in den Geschichtsbüchern der Champions League - als jüngster Trainer, der je eine Mannschaft in diesem Wettbewerb gecoacht hat. Zur Feier des "historischen Moments" war er in ähnlicher Aufmachung wie Englands Nationaltrainer Gareth Southgate bei der WM gekleidet: Neben sportlichen Schuhen und blauer Anzugshose trug er ein weißes Hemd und eine schwarze Krawatte unter einer ärmellosen schwarzen Weste.

Überm Strich! Indexmiete (von Berrit Gräber)

Wer in Großstädten wie München oder Frankfurt gerade eine Wohnung sucht, kennt sie längst, die Indexmiete. Kaum mehr eine Neuvermietung in gefragten Regionen, bei der der Vermieter nicht einen Mietvertrag präsentiert, der an den amtlichen Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes gekoppelt ist. Weil der Wohnraum knapp ist und die Bewerberschar groß, fragen Wohnungssuchende häufig nicht lang nach und unterschreiben - meist ohne genau zu wissen, was das für sie heißt. Die Materie ist komplex. Es gibt Vor- und Nachteile. Früher waren Indexverträge nur bei Gewerbeimmobilien erlaubt. Seit der Mietrechtsreform im Jahr 2001 können alle Vermieter sie nutzen. Mieter sollten wissen: Die Indexmiete orientiert sich an der Entwicklung der Verbraucherpreise.


"Die Welt Edition App" am Freitag, 21.09.18 ganz komprimiert

Ein Aufmacher (von Christoph B. Schiltz)

In Salzburg sollte der Durchbruch erreicht werden. Das Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs, so die Erwartung im Sommer, sollte Europa sicherer machen und endlich für Lösungen sorgen beim Thema illegale Migration. Es werde niemanden in der Welt beeindrucken, „wenn wir weiterhin auftreten wie ein ungeordneter Hühnerhaufen“, ätzte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker am Rande des informellen EU-Gipfels. Am Ende kam es aber genauso. Daran konnte auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz, dessen Land bis Jahresende den Vorsitz über die EU-Länder führt, nichts ändern. Er hatte anfangs große Hoffnungen in dieses außerplanmäßige Treffen in seinem Heimatland gesetzt.

Der Kommentar des Tages (von Bernd Hertweck)

Jahrzehntelang waren die Deutschen Sparmeister. Seit der Finanzkrise lohnt sich das kaum noch. Doch wer den Bürgern jetzt rät, einfach mehr Risiko einzugehen, macht einen schweren Denkfehler. Und: Viele haben einfach kein 'Spielgeld' übrig, findet der Autor: "Wie wichtig Sparen ist, zeigt sich vor allem bei der normalerweise größten Investition im Leben eines Menschen: den eigenen vier Wänden. Mehr Eigenkapital bedeutet weniger Schulden und Kreditbelastung und die Chance auf ein mietfreies Wohnen im Alter. Leider hat durch die Finanzkrise eine Flucht von Kapitalanlegern in Sachwerte eingesetzt. Vielerorts sind deshalb die Immobilienpreise explodiert und den Einkommen davongelaufen."

Das Interview des Tages (mit Nick Clegg)

Der ehemalige britische Vizepremier spricht im Welt-Interview über den Brexit, die Beeinflussbarkeit seines Volkes und Schadenfreude. "Der, dem es Spaß macht, Großbritannien in den Abyss stolpern zu sehen, tut gut daran, sich zu erinnern, dass Schadenfreude bloß ein menschlicher Reflex ist, keine strategische Entscheidung. Am Ende verlieren alle, wenn Großbritannien die Europäische Union verlässt. Und das macht die Behauptung, es gäbe keine Alternative zum Brexit, noch dümmer."

Der Sportler des Tages

Nach dem Präsidenten von Eintracht Frankfurt hat sich auch Werder Bremens Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald eindeutig gegen die AfD positioniert. „Jeder AfD-Wähler sollte schon wissen, dass es ein Widerspruch ist, Werder gut zu finden und die AfD zu wählen“, sagte der 57-Jährige. Hess-Grunewald äußerte sich nun zu dem Thema, weil Bremer Fans zuletzt mit zahlreichen Spruchbändern und Plakaten gegen Rassismus und Rechtsradikalismus demonstriert hatten.

Überm Strich! Magische Grenze (von Olaf Gersemann)

Die historisch wichtige Schwelle von zwei Millionen Arbeitslosen rückt in Sichtweite – zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung. Kleinere konjunkturelle Schwankungen können dem Jobboom in Deutschland kaum etwas anhaben. Eine Rezession, wie sie etwa durch einen eskalierenden Handelskrieg ausgelöst werden könnte, würde zwar zumindest vorübergehend für eine Wende auch am Arbeitsmarkt sorgen. Ein IAB-Experte ist aber optimistisch. „Der Trend zu weiter sinkenden Arbeitslosenzahlen dürfte anhalten“, sagte er. „Im Laufe der 2020er-Jahre ist auch eine echte Vollbeschäftigung nicht mehr ausgeschlossen, mit einer Arbeitslosenquote von zwei bis drei Prozent.“ Dazu müsste die Zahl der Arbeitslosen aber noch einmal um mehr als eine Million sinken.



Redenschreiber J. Rieger. Diskret. Stilsicher. Verlässlich.